Buch: Freundschaft mit Gott

Das gibt’s doch gar nicht! Genau das war der Satz, den ich beim Lesen dieses Buchs oft unwillkürlich von mir gab. Doch, das gibt’s wirklich! Und es ist unglaublich, unbeschreiblich, fantastisch… und sooo einfach! Es schreit quasi zum Himmel, und wir hören es nicht. Es springt uns ins Gesicht und wir sehen es nicht. Irgendwo las ich einmal den Satz:

Wir würden die Wahrheit nicht erkennen, wenn sie nackt vor uns stünde; wir würden ständig nach dem Anzug suchen, den wir für sie geschneidert haben.

Dieses Buch knüpft direkt an die „Gespräche mit Gott“ (GmG) Teil 1 bis 3 an und führt den Dialog des Autors Neale Donald Walsch mit Gott weiter. Ich vermutete zunächst eine weitgehende Wiederholung und andersartige Verpackung desselben Inhaltes mit anderen Worten. Ich konnte mir nicht vorstellen, daß es nach der revolutionären Botschaft des vorangegangenen Dialogs noch viel zu sagen gäbe. Wie sehr man sich doch täuschen kann… Ja, das Buch enthält einige Passagen, die man bei GmG schon lesen konnte. Doch werden diese schon für sich genommen revolutionären Gedanken um weitere Aspekte ergänzt und in einer Tiefe ergründet, die ich nicht für möglich gehalten hätte.

Dabei geht es gar nicht um abgehobene Weisheiten, sondern um ganz elementare Dinge des Seins. Eine der elementarsten Fragen, um die es sich dreht, ist: Was ist Liebe? Und was ist Liebe nicht? Die Antwort ist einleuchtend und schockierend zugleich – denn man erkennt, daß das, was man vielleicht für Liebe gehalten hat, gar keine Liebe ist, ja daß man sie sogar mit seinem Verhalten verhindert!

Der Dialog führt den Leser schließlich zu einer Freundschaft mit Gott. Auch diese Sichtweise finde ich revolutionär, lehrt uns die christliche Kirche doch, Gott als unseren Vater anzusehen. Wir begegnen unserem Vater nun einmal ganz anders als einem Freund, wir gehen anders mit ihm um, verhalten uns ihm gegenüber auf eine andere Art und Weise. Und so sollen wir nun also Gott wie einen Freund behandeln – den besten Freund, den wir haben. Dieses Konzept fügt sich nahtlos in die Erkenntnisse von GmG ein und erweitert sie um eine praktische Komponente. Es geht darum, Spiritualität in unseren Alltag einzubauen, anstatt nur Sonntags in der Kirche danach zu suchen.

Man bemerke den Unterschied: Es geht um Spiritualität, nicht um Religion! Auch diejenigen, die nichts mit einer Religion am Hut haben, haben eine Spiritualität. Denn die Spiritualität ist nichts anderes als das Leben selbst. Alle Dinge sind Teil des Lebens. Auch ein überzeugter Atheist oder Agnostiker kann nicht leugnen, daß es eine Kraft im Universum gibt, die alles zusammenhält. Und daß es auch etwas gibt, das die Dinge in Gang gebracht haben muß. Ob man dahinter nun Naturgesetze sieht oder dieses etwas als Gott bezeichnet, spielt überhaupt keine Rolle. Die Spiritualität eines Menschen entscheidet, wohin er geht, was er über sich und andere denkt, was er für sich entscheidet.

Werden wir uns unserer Spiritualität bewußt, verändert sich unser Leben. Drastisch! Bauen wir den bewußten Umgang mit Spiritualität in unseren Alltag ein ist nichts ist mehr so, wie es war! Aus der Reaktion wird mehr und mehr Aktion. Wir begreifen Zusammenhänge. Wir suchen nicht mehr nach dem Anzug für die nackte Wahrheit, denn wir erkennen ihre grandiose Schönheit.

Fazit: Mehr kann man von einem Buch nicht erwarten.
5/5 Sterne

Dieser Beitrag wurde unter Bücher / Filme veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.