Montag, 29.8.2011

Bereits um 0.00 Uhr ist Viktoria wieder wach. Fast die ganze Nacht ist sie angespannt und jammert, muß sich mehrmals übergeben – auch Erbrechen ist ein Anzeichen erhöhten Hirndrucks! Es geht ihr sehr dreckig, sie verdreht die Augen nach oben, hat hohes Fieber (39,6°C axillar).

Morgens dann endlich die Entscheidung: Man will doch wieder eine externe Drainage legen. Wir fragen uns, warum das nicht schon gestern Abend passiert ist?! In dieser akuten Situation will der Neurochirurg Dr. B. keinen Shunt (eine dauerhafte Drainage vom Kopf in den Bauchraum) implantieren, das würde man dann in den kommenden Tagen machen wollen.

Viktoria wird für die OP ins Katharinenhospital verlegt, im Olga-OP könnte man erst um 13.00 Uhr operieren. Anschließend ist geplant, daß sie auf die Intensivstation des Olgäle kommt – schon wieder. Sie soll dort so lange bleiben, bis die Drainage gezogen und durch einen Shunt ersetzt wird. Kurz vor 10.00 Uhr wird sie vom Roten Kreuz aus ihrem Zimmer gebracht – für uns heißt es abermals warten…

Die Operation verläuft glücklicherweise ohne Komplikationen, es dauert aber eine Ewigkeit. Eigentlich handelt es sich um einen Eingriff von nicht einmal 20 Minuten, jedoch gibt es organisatorische Verzögerungen. Um 14.00h dürfen wir endlich zu ihr. Sie ist wach, es geht ihr nicht besser als vor dem Eingriff. Wir sind ernüchtert. Sie hat immer noch hohes Fieber (39,9°C rektal), ihr Puls rast (180), sie hat hohen Blutdruck (110/80), dazu zittert sie am ganzen Körper, macht ungelenke Bewegungen mit ihren Armen und Beinen. Die Augen sind nach oben verdreht (man sieht fast nur das weiße), sie jammert ununterbrochen. Sie bekommt Perfalgan (Paracetamol), es wirkt nicht, sie jammert noch immer. Sie bekommt Dipidolor, ein starkes Schmerzmittel. Nach der zweiten Dosis davon entspannt sie sich endlich, das Fieber geht zurück, ihr Blutdruck sinkt auf 100/50(60), der Puls auf 150. Wenig später schläft sie ein. Sie scheint starke Schmerzen zu haben.

Bereits einige Stunden später ist sie wieder wach, das Fieber steigt wieder, sie zuckt, ist sehr angespannt. Sie macht einen schrecklichen Eindruck. Wir bleiben so lange es geht bei ihr, sie kann aber einfach nicht einschlafen.

Wir nutzen die Gelegenheit, um beide seit langem mal wieder daheim zu übernachten. Erholsam ist es nicht – wir haben den Kampf gegen die Tränen längst verloren.

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