Donnerstag, 21.6.2012

Viktoria wirkt heute furchtbar platt. Sie ist ganz hypoton, völlig teilnahmslos und scheint nicht mehr viel von ihrer Umgebung mitzukriegen.

Heute ist Chemo in Stuttgart. Dr. B. hört ab und bemerkt, daß Viktorias Lunge verschleimt ist. Eine Röntgenaufnahme bleibt jedoch ohne Befund. Wir bekommen Salbubronch verschrieben, ein Schleimlöser.

Nach der Chemo sind wir wieder daheim. Plötzlich verschluckt Viktoria sich an etwas hochgewürgtem Essen ganz heftig. Danach klingt es, als bekäme sie kaum noch Luft. Sie röchelt beim Einatmen, atmet flach und schnell. Sie hustet kräftig, das löst aber ihr Problem nicht.

Angelika, die Krankenschwester, die heute zufällig mit in Stuttgart war, versucht es mit verschiedenen Lagerungen, doch es hilft nichts. Wir rufen bei Dr. M. an, die sich sofort bereit erklärt, in Kürze zu uns zu kommen.

Dr. M. hört Viktorias Lunge ab und stellt ebenfalls eine leichte Verschleimung fest, aber nichts, was dieses Röcheln erklären würde. Viktoria bekommt etwas Salbutamol (ein Schleimlöser) zum Inhalieren. Prompt löst sich auch etwas bei ihr und Viktorias Röcheln wird noch lauter. Angelika versucht, den Schleim mit einem fußbetriebenen Absauggerät durch die Nase abzusaugen. Dabei löst sich anscheinend ein richtig großer Propf und bleibt Viktoria im Hals stecken, sie bekommt kurzfristig gar keine Luft mehr. Die Schwester saugt schnell auch noch durch den Mund und Viktoria bekommt wieder Luft. Das hat ihre Atmung alerdings nochmals verschlechtert. Wir Eltern werden dieses Absauggerät garantiert nicht selbst alleine bedienen, das sah ziemlich gefährlich aus. Viktoria bekommt ein Zäpfchen Kortison, was auch abschwellend wirken soll. Dr. M. empfiehlt uns eindringlich, in die Klinik zu fahren. Wir sind dieser Idee auch nicht ganz abgeneigt, da sich Viktoria wirklich schlimm anhört. Also fahren wir halt und richten uns auf einige Übernachtungen dort ein.

In Pforzheim angekommen wird erstmal Blut genommen. Der CRP ist 1,85, also nur leicht erhöht, für die Indikation einer Antibiose zu wenig. Bezüglich Viktorias Atemproblemen kann uns die Ärztin auch nicht helfen. Es sei vermutlich ein Problem im Rachen. Die Atemwege sind eigentlich frei, die Bronchien pfeifen nicht, Kortikoide machen keinen Sinn. Die Sauerstoffsättigung ist prima.

Mama und Tochter bekommen ein Einzelzimmer auf der K3 – MRSE-Diagnose sei dank. Über Nacht wird Viktoria an eine Kochsalzinfusion gehängt, da sie einen sehr niedrigen Natriumwert hat. Der könnte vom Durchfall kommen. Sie erhält regelmäßig Inhalationen mit Adrenalin.

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